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Baden bei Wien

„Stadt-Umland Süd" wird zur smarten Region

Medieninformation der Energie- und Umweltagentur NÖ, 21. September 2015

Drei Partnergemeinden, zwei Entwicklungsgebiete, eine Region: Die rasante Entwicklung des „Stadt-Umland Süd" stellt Baden, Mödling und Wr. Neudorf vor große Herausforderungen. Im Rahmen des Projekts „Smart Region Stadt-Umland Süd" erarbeiteten die drei Gemeinden mit einem Expertenteam eine smarte Vision für die Region und die Basis für zukünftige Smart-City-Entwicklungen in ihrer Gemeinde. Die Ergebnisse präsentierten die Projektbeteiligten am 21. September 2015 in der Stadtgalerie Mödling.

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Foto: e N u Foto (v.l.n.r.): Dr. Gerfried Koch (Klima- und Energiereferat Baden), Dr. Herbert Greisberger (Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ), Vizebgm. Dr. Helga Krismer-Huber (Baden), Bgm. LAbg. Hans Stefan Hintner (Mödling), Vizebgm. Mag. Gerhard Wannenmacher (Mödling), Bauamtsleiter Ing.. Werner Deringer (Mödling), Projektleiterin DIin Susanne Supper (Energie- und Umweltagentur NÖ), DI Roland Geiwitsch (Bauamt Stadt Mödling)

Smarte Regionen sind Orte zum Leben und Wohlfühlen. Sie zeichnen sich durch starke Zentren, eine kompakte, verkehrssparende Siedlungsstruktur und einen geringen Einsatz von Energie und Ressourcen aus. BürgerInnen beteiligen sich als „smarte BürgerInnen" an Entwicklungsprozessen. Vorhandene Potenziale werden genutzt und neue Technologien implementiert. Im Zentrum steht das gemeinsame voneinander Lernen. Zu solch einer Region soll das „Stadt-Umland-Süd" werden.

Vision einer smarten Region

Im Rahmen des einjährigen Projekts „Smart Region Stadt-Umland Süd" wurde unter der Leitung der Energie- und Umweltagentur NÖ in Zusammenarbeit mit den Partnergemeinden Baden, Mödling und Wiener Neudorf sowie dem Energiepark Bruck an der Leitha und der TU Wien eine gemeinsame Vision für die Region sowie eine Basis für zukünftige Smart-City-Entwicklungen in den teilnehmenden Stadtgemeinden Baden und Mödling erarbeitet. Die Ergebnisse präsentierten die Projektbeteiligten gemeinsam bei einer abschließenden Konferenz am 21. September in der Stadtgalerie Mödling. „Wir sind stolz, hier in Niederösterreich ein regionales Smart City-Pionierprojekt erfolgreich initiiert zu haben. Gerade in Baden und Mödling ist wichtig, mit den noch vorhandenen Baulandreserven sorgsam umzugehen und genau dies wäre auch die Intention des Smart City Projektes", so Landesrat Dr. Stephan Pernkopf.

Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ ergänzt: "Durch die parallele und kooperative Vorbereitung von Smart-City-Demovorhaben in Baden und Mödling können beachtliche Lerneffekte und damit ein Mehrwert für die gesamte Region generiert werden. Zukünftige Smart-City-Gemeinden können auf vorhandenes Wissen zurückgreifen und sich gegebenenfalls bestehenden Initiativen anschließen." Projektleiterin DI Susanne Supper von der Energie- und Umweltagentur NÖ ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Ganz der Intention eines Sondierungsprojekts entsprechend, wurden Ideen für zukünftige Pilotprojekte ausgelotet. Diesen gemeinsamen und interdisziplinären Prozess zur Entwicklung und Konkretisierung smarter, innovativer Projektideen zu begleiten, war nicht nur eine spannende Aufgabe für das Projektteam, sondern brachte einige neue Lösungsansätze mit hohem Umsetzungspotenzial."

Herausforderungen bei Mobilität, Energie, Raumplanung und Gebäuden

Das „Stadt-Umland-Süd" ist eine Region mit einer hohen Entwicklungsdynamik, auf die in den nächsten Jahren ein stark dynamisches Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum zukommen. Laut der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Österreichischen Raumordnungskonferenz wird die EinwohnerInnenzahl im Süden Wiens zwischen den Jahren 2009 und 2050 von 316.000 auf rund 430.000 EinwohnerInnen anwachsen. Eng damit verbunden ist das Phänomen der „Suburbanisierung": die städtische Bevölkerung sowie Funktionen der Stadtzentren, wie beispielsweise Einkaufen oder Freizeitangebote, wandern ins Umland. Die großen Herausforderungen bestehen daher vor allem in den Bereichen Mobilität, Energie, Raumplanung und Gebäude.

Maßnahmenkatalog und 5-Jahres-Aktionsplan

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, erarbeiteten Mödling und Baden - begleitet von einem interdisziplinären Fachkonsortium - eine in das Umland eingebettete Smart-City-Vision, einen Maßnahmenkatalog mit Zeithorizont 2025 sowie einen 5-Jahres-Aktionsplan. Außerdem wurde in Mödling und der Partnergemeinde Baden je ein konkretes Demonstrationsvorhaben definiert und vorbereitet. Längerfristig soll das Smart-Region-Projekt zu einem Ausbau erneuerbarer Energieträger, zur Reduktion von Treibhausgasen, zur Forcierung nachhaltiger Mobilität, zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Senkung des Energieverbrauchs in der Region beitragen. Mödlings Bürgermeister LAbg. Hans Stefan Hintner dazu: „Die enge Zusammenarbeit der Gemeinden war für alle sehr lehrreich und sinnvoll. Wir haben viele Erkenntnisse gewonnen, die im Leitfaden für zukünftige Zusammenarbeiten nützlich sein werden. Am Gelände der ehemaligen Gendarmerie-Zentral-Schule wird eine ‚Stadt der kurzen Wege' entstehen, die auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt ist."

Ein eigenes Quartiersmanagement soll die Entwicklung des neuen Mödlinger Stadtteils professionell begleiten und als integrative Schnittstelle zwischen Stadt, Baukoordination, neuen BewohnerInnen und AnrainerInnen fungieren. Bei der Neugestaltung des Geländes wird auch darauf geachtet, dass trotz einer Zunahme der Bevölkerungszahl der motorisierte Individualverkehr in diesem Gebiet zurückgeht. Dazu gehören zahlreiche Maßnahmen, die den öffentlichen Raum zu Gunsten von Rad- und Fußverkehr umverteilen, fußläufige Wegverbindungen attraktiver machen und den Radverkehr fördern, etwa durch den Ausbau und die Optimierung des Radwegenetzes oder durch die Schaffung hochwertiger Radabstellmöglichkeiten.

Mödling plant Smart Mobility App

„Bei der Teilnahme von Mödling an der Smart-Regions-Initiative war wichtig, zusammen mit Baden und Wr. Neudorf gemeinsame Sichten auf die drängenden Fragen - hier speziell die Mobilität - zu finden. Wesentlich für die Lebensqualität in allen Orten wird sein, im Dialog mit der Bevölkerung auch innovative Wege zu finden, dem motorisierten Individualverkehr attraktive Alternativen im Umweltverbund gegenüberzustellen; das bedeutet, das zu-Fuß-Gehen, das Radfahren und den Öffentlichen Verkehr zu stärken. Das Projekt SReg ist dafür ein Schritt in die richtige Richtung", betont Mödlings Vizebürgermeister Mag. Gerhard Wannenmacher. Längerfristig soll das Herzstück der Mobilitätszukunft in Mödling eine Mobilitäts-App für Smartphones sein, welche alle in Mödling verfügbaren umweltfreundlichen Mobilitätsangebote - vom nextbike, über die Citybuslinien, bis hin zu E-Car-Sharing-Fahrzeugen - bündelt.

Mehrwert für die Region

Durch die Nähe zu und die gute öffentliche Anbindung an Wien nehmen sowohl Mödling als auch Baden eine zentrale Rolle bei der funktionalen Vernetzung des südlichen Wiener Stadt-Umlandes mit Wien und den benachbarten Gemeinden und Bezirken ein. Dies wird auch durch die Verzahnung des Smart-Region-Projektes mit aktuellen Initiativen wie der Regionalen Leitplanung für den Bezirk Mödling betont.

Areal der ehemaligen Martinek-Kaserne im Fokus

Eine zentrale Rolle im Projekt nimmt auch das 40 Hektar große Areal der ehemaligen Martinek-Kaserne ein, das zum Großteil auf dem Gemeindegebiet von Baden, zum Teil aber auch auf Sooßer Gebiet liegt. Ein Areal dieser Größe ist in dieser Region einzigartig und bietet daher auch einzigartige Möglichkeiten der Nutzung. Badens Bürgermeister Kurt Staska und Vizebürgermeisterin Helga Krismer nutzten das „Smart Region"-Projekt, um Nutzungspotenziale für das Areal auszuloten: „Die Stadtgemeinde Baden setzt auf innovative Energie,- Gebäude- und Mobilitätstechnologien und wirkt so als Impulsgeber für eine „smarte" Entwicklung. Durch die Beteiligung am Smart-City-Projekt ‚SReg' haben wir mit ExpertInnen das Areal der ehemaligen Martinek-Kaserne analysiert und Potenziale für die Zukunft aufgezeigt. Wir sehen die Stadtentwicklung auf diesen 40 Hektar als eine besondere Chance aber auch als Herausforderung für smarte Energielösungen und Nutzungsformen. ‚SReg' hat uns gezeigt, dass smarte Lösungen auch ein smartes Miteinander aller Akteure bedarf."

Das Areal fügt sich nicht direkt in die homogene Stadtstruktur von Baden ein und bedarf daher umso mehr geeigneter infrastruktureller Anbindungen. Zu den Herausforderungen gehören eine smarte wie nachhaltige Energieversorgung der zukünftigen Bebauung wie auch eine optimale Lösung für eine umweltfreundliche Verkehrsanbindung. Zudem wird die Verbindung von Energieeffizienz mit den unter Denkmalschutz stehenden Bauwerken der Kaserne die Entwicklung des Areals prägen. Die angrenzende Marktgemeinde Sooß wird so intensiv in mögliche Planungsvorhaben eingebunden.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Energie- und Umweltagentur NÖ unter der Telefonnummer 02742 219 19 und auf www.enu.at

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